
Was für ein Highlight! Malburk ist eine eigene Reise wert - und die Weichsel - ein ziemlich ursprünglicher Fluß, der ähnlich natürlich wirkt wie die Oder. Aber ich sollte der Reihe nach berichten:
Die Insel Hel mag einen schönen Strand haben - aber die Seite mit den Verkehrsadern (Bahn, Straße und Radweg) ist bis auf die Aussicht hässlich. Es ist furchtbar laut und überlaufen. Überall Fußgänger, Scater und andere Radfahrer. Ich wollte dann auf dem hässlichen Anleger in Hel und dem Rummelplatz darum nicht bleiben und hatte für 20.10 Uhr die Fähre nach Danzig gebucht. Vorher gönnte ich mir noch eine Flunder mit Pommes. Die Fähre war rappelvoll - gegen die Seekrankheit half das schöne Dekolleté gegenüber (man soll den Blick auf was ruhigem ruhen lassen :) ) Gegen 22 Uhr legte die Fähre mitten in der quirligen City an. Es war warm und überall Partystimmung. Ich suchte lange nach einem Hostel. Die waren aber alle ausgebucht. Unterwegs im Dunklen übersah ich eine Bordsteinkante und stürzte. Außer dem Schreck und Lachern von den Polen war nichts. Am Ende landete ich in einem über 100 Euro teuren Hotel mitten in der Altstadt. Außer dass es im Zimmer viel zu warm war, war das Zimmer wie man es in dieser Preisklasse erwartet - außer vielleicht, dass es ohne Frühstück war. Aber ich wollte ja auch noch durch die City bummeln! Gegen 1 Uhr war ich dann schließlich im Bett, nachdem ich dann im Nieselregen durch Danzig geschlendert bin. Heute früh bummelte ich dann bis kurz vor Mittag durch die Stadt, frühstückte irgendwo mit einem schönen Blick auf die Fußgängerzone. Es regnete noch einmal und gegen 12 verließ ich die Stadt.
Ich fand die Strecke nach Danzig auf der stillgelegten Bahnstrecke und die aus Danzig raus viel schöner als den R10 an der Ostsee. Anders, ursprünglicher. Polnischer? Und die kurzen Strecken an der Wisla haben Lust auf mehr gemacht. Auch, wenn ich dort das erste Mal meinen Schlauch wechseln musste. Ich Trottel bin mit den Original Rädern und Reifen von vor 15 Jahren gefahren. Irgendwann mussten die ja mal fällig sein. Da letzte Stück nach Malburk war auf der B22 am Straßenrand nicht so toll (sehr viel Verkehr). Aber sonst eben eine sehr schöne Strecke. Und es gab das erste mal sogar Mirabellen und reife Klaräpfel am Straßenrand. Schöne Kirchen, traditionelle Häuser (russisch anmutend, verziert). Stille Flüsschen. Und dann eben Malburk - da wo meine Großmutter angeblich im Kloster war. Dazu passt aber die Aussage in Wikipedia nicht. Ein Kloster war das im 20. Jh. nicht mehr. Aber sowas von beeindruckend. Und so herrlich am Fluß gelegen. Ein Traum! Dabei war das alles 1945 völlig zerstört worden. Wie Danzig auch. Alles wieder schön aufgebaut.


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