Dienstag, 12. August 2014

11.08.2014 137km (1285km) Kaltene

Gestern Abend war ich in Ventspils nach einem längeren Stadtspaziergang zum Abendbrot bei einem Chinesen gelandet. War nicht ganz happy mit der Entscheidung - bin dann aber doch da draußen sitzen geblieben. Chicken Curry, Kartoffeln mit Auberginen und Reis. Und Bier natürlich. Danach war ich noch kurz vorm Hotel auf ein zweites Absackerbier :). Gegen 23 Uhr war ich dann im Zimmer. Pünktlich sieben Uhr war ich dann heute zum Frühstück, das sogar ganz gut war. Eigentlich waren nur alte deutsche Gäste dort - und die kleine Gruppe frühpensionierter Radfahrer, die von Memel aus 400km bis Ventspils geradelt waren.
Beim Verlassen der Stadt habe ich mich kurz verfahren: erst bin ich nach Karte und Navigation mit dem Smartphone gefahren - habe mich dann aber von einem Wegweiser irritieren lassen, der mich wieder zur Hauptstraße zurück führte. So habe ich das Recht ansehnliche Neubaugebiet umrundet. An einem See am Rande der Stadt, wo der Radweg endete, versuchte ich mein Rad zu schrauben. Am Gepäckträger hatte sich eine Schraube gelöst - mein Inbusschlüssel ear aber zu lang und sperrig, um die richtig fest zu bekommen. Jedenfalls der Grund für die knirschenden Geräusche. Ab dem See bin ich dann straff in die Pedale getreten. Irgendwo etwa 20km vor Kolka hatte ich die Straße verlassen - obwohl ich dort heute so perfekt und super schnell auf dem Asphalt und der sehr verkehrsarmen Straße immer im Wald vorankam. Dort sollte ein Radweg in Küstennähe verlaufen. Irgendwo hielt ich erst einmal in einem Supermarkt für Getränke, Kekse und einen Kaffee. Da merke ich schon, dass ich es etwas übertrieben hatte beim Radeln. Ich entschied mich für schieben mit den Füßen im Wasser. Da tat gut. Später ließ es sich sogar herrlich da Auf dem Sand 20km radeln - ein wunderbares Gefühl: so lange immer ganz nah am Wasser und nur wenige Leute am Strand - oft gar keine. Ich mache dann immer mal Abstecher in die Dörfer. Im ersten fand ich eine Schutzhütte, in der ich den ersten Gewitterguss beim kurzen aber intensiven Mittagsschlaf mit hochgelegten Füßen faul verpennte. Ich kam problemlos bis zum Kap Kolka - dort konnte ich noch kurz einen Aussichtsturm besteigen - dann suchte ich mir was für den erneut aufziehenden Regen. Ich fand einen Imbissstand, der überdachte Sitzgelegenheiten hatte. Bei Soljanka, Pommes und Bratwurst mit Kraut überstand ich so die zwei Stunden Regen. Zwei junge Mädels bedienten und die Mutter kochte in der Hexenküche im Kessel und grillte Schaschliks.
Ab da ging es wieder flott voran, sodass ich gegen 20.15 Uhr nach drei erfolglosen versuchen die Unterkunft für 20€ fand. Hier wie an so vielen Orten in Lettland gibt es schöne alte Häuschen am Meer - teilweise mit Seeblick kaum 100m vom Strand entfernt. Sowas müsste man sich als Alterssitz zulegen! Teilweise werden die alten Katen saniert, teils wird traditionell mit Holz - aber modernen Elementen neu gebaut. Klar, dass keiner in den alten windschiefen Blockhäusern Leben will. ABER schön anzusehen sind die schon.
Nach dem duschen habe ich noch einen kleinen Strandspaziergang gemacht. Auf der Bank vor dem Haus mit einem Pfefferminztee (statt Bier heute) habe ich meinen Blog geschrieben. Morgen sind es wieder so 130km bis Riga. Da würde ich wieder zwischen Nächte bleiben, wenn ich morgen abends ankommen kann.

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