Freitag, 15. August 2014

15.08.2014 120km (1643km) Maria Talu

So ein toller Tag wieder. Auch wenn er mit so miesem Regenwetter begonnen hat. Dafür kam ich heute mit etwas mehr als 20km/h voran. Fast zwei Stunden war ich durch den Regen geradelt. Danach kam ich an völlig trocken gebliebenen Straßen vorbei. Als ich dann auch wieder richtig trocken war und die Dinge sogar rauskam, habe ich in Uulu in Estland Mittag gegessen. Es gab Soljanka, Saft und Kaffee und zum Dessert noch eine rote Grütze mit Vanillesoße. Dann ging es wieder lange trocken auf dem Asphalt voran. Pärnu war am frühen Nachmittag einen kurzen Stadtbummel wert. Eine touristische Ostseestadt mit Kitesurfern am Strand. Die Innenstadt war ganz nette. Es gab hübsche Häuschen, eine Straße zum bummeln, viele Kneipen und Cafés und eine Tourist Information. Dort machte ich mich schlau, ob ich in etwa 30 km noch ein Hotelzimmer finden kann. Schließlich hatte ich noch den halben Tag vor mir. Die Mädels machten mir erst einmal nicht so viel Hoffnung, da jetzt das Wochenende beginnt und die Häuser oft ausgebucht sind für Feierlichkeiten. Aber bei Maria Talu gäbe es noch für 20€ mit Frühstück einen Dachboden und Duschen auch. Und das war dann  auch genau die richtige Entscheidung. Ich kam kurz zuvor noch an einer Kirche vorbei, die russisch orthodox aussah - aber zu Konstantinopel gehören soll. Dann kam ich bei der liebevoll gestalteten Ferienhaus Siedlung an. Mein Nebengebäude liegt weit dahinter - ist aber der beste Griff, den ich tun konnte. Ein liebes, dickes, altes Mütterchen hat mich als einzigen Gast sehr freundlich empfangen. Als ich geduscht hatte und in die niedliche Küche kam, trug sie eine rote traditionelle Schürze. Ich bestelle Bratwurst mit Sauerkraut und Reis. Dazu Brot und Bier und danach noch einen Eierkuchen mit Erdbeermus. Anfangs konnten wir mit Englisch nicht richtig reden. Als der junge, langhaarige Inhaber dann kurz vorbeikam und mir sagte,  dass Rina russisch spricht, traue ich mich auch auf russisch Fragen zu stellen. Zu früher zu UdSSR Zeiten (da war das hier ein Kolchos), zum Alter des Hauses etc. Es kam eine ganz gute und sehr angenehme Unterhaltung zu Stande. Hat richtig Spaß gemacht. Die Esten sind mir sehr sympathisch. Schon, weil das Wort für 'Deutscher' 'Sakso' ist. Nicht etwa Schwabo - nein: Sakso. Und das ist doch richtig cool!!!
Das Haus ist total weihnachtlich eingerichtet. Im Sommer kommen Touristen von Skandinavien, Deutschland, Russland etc. Im Winter kommen die Kinder Plätzchen backen. Hier wohnt der Weihnachtsmann beziehungsweise Väterchen Frost. Es wird Jolka gefeiert und Oktoberfest und Mittsommer am 23.6. auch. Da wird dann auch gesoffen. Sonst trinken die Esten gar nicht so viel wie die Russen oder die Finnen. Und wir haben uns darüber unterhalten, wie viele deutsche Wörter es hier gibt: Bratwurst, Meierei, ... So war das Abendessen dann auch ganz kurzweilig.
Nebenan ist ein Pferdestall. Touristen können hier reiten. Vorn stehen Ferienhäuser, eine Sauna, Partyräume, Spielplätze. Das Gut ist umgeben von Wiesen und Wald.  Zum Meer ist es aber doch ein paar Kilometer. Bei den Wetter heute aber auch egal. Es hat auch wieder geregnet, als ich hier ankam. Riesige Gewitterwolken hingen bedrohlich am Himmel - ich habe es aber fast trocken hierher geschafft. Während des Abendbrots hat es dann immer mal wieder heftige Schauer gegeben. Jetzt lege ich aber schon auf meiner Matratze und warte auf die Nacht. Sieben Uhr will ich frühstücken und dann los Richtung Inseln.

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