Donnerstag, 14. August 2014

14.08.2014 130km (1523km) Kuivizi

Kurz vor der estnischen Grenze habe ich heute aufgegeben. Es hatte sich in den letzten beiden Stunden richtig eingeregnet und ich wollte nicht das Risiko eingehen, im letzten Ort vor der Grenze kein Hotelzimmer zu finden. Zelten hätte ich heute abgelehnt. Dabei war es bis dahin so schön gewesen: zwar bewölkt und etwas kühl - aber okay zum fahren. Aus Riga habe ich diesmal gut  herausgefunden. Da ich lange nur der Hauptstraße zu folgen hatte, die gar nicht so schlimm befahren war, kam ich gut voran und hatte Spaß am Fahren. Bei Tuja nahm ich dann die Strecke am Meer auf unbefestigten Straßen und Wegen. Bis fast hierher ging es immer wieder durch Orte und Wälder, mal kurz am Strand lang, an vielen Zeltplätzen vorbei. Beim Baron von Münchhausen machte ich im Museum stopp. So Deutsch ist alles immer noch hier! Die deutsche Geschichte hat die ganze Küste dominiert - schon seit vielen hundert Jahren. Die Hanse, der Deutschorden, Ansiedlungen und Umsiedlungen.
Beim Museum gab es Soljanka und Bratwurst mit Bratkartoffeln und Kraut (wie deutsch ist das aber auch alles;) ) - und Bier natürlich. Abendbrot und Frühstück waren ja auch wieder ausgefallen. Ich hatte gestern so oft im Nieselregen in Cafés Pause bei Süßigkeiten gemacht - da brauchte ich abends nichts mehr. Im Hotel trank ich an der Rezeption noch drei Ingwerkräutertees und quatschte mit der recht hübschen, offenherzigen Studentin. Eigentlich hatten wir dann beide etwas bedauert, dass ich heute schon abreise. War sehr nett: sie hat in der Schweiz ein Erasmus Studienjahr eingelegt, studiert Betriebswirtschaft und macht den Job nachmittags nebenbei. Sie spricht lettischen, russisch und Englisch und will noch französisch dazu lernen. Schon bewundernswert.
Noch eine kleine Pause machte ich auf einem Zeltplatz auf einen Kaffee. Die drei jungen Leute dort erzählen mir, dass die Saison hier schon vorbei ist - am Wochenende wird der Zeltplatz aber wieder voll sein.
ALSO: Alles in allem wieder ein guter Tag. Statt eines Hotelzimmers habe ich heute ein Cottage.  Die Vermieterin überließ es mir inklusive Frühstück für 60€. Da war ich ganz froh drüber, weil ich sonst 9 Kilometer weiter erst wieder mein Glück hatte versuchen können. Und 79€ ohne Frühstück wäre über meinem Budget gewesen. Ich konnte wieder meine Wäsche waschen, weil es einen elektrischen Handtuchtrockner gibt. Das finde ich toll. Die Küche hat allerdings kein Geschirr, sodass ich mir meinen Kaffee nur im Plastik Becher machen konnte. Jetzt werde ich aber erst einmal Essen gehen.

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