Montag, 18. August 2014

18.08.2014 204km (2092km) Haapsalu

Was für ein Tag! Erstmal hatte ich im Blockhaus herrlich geschlafen. Ich war bevor es richtig Nacht wurde noch einmal auf dem Zeltplatz der zum Grundstück gehörte, um mit dem französischen Pärchen zu quatschen. Die beiden sind in letzter Zeit auch viel gereist: Georgien, Armenien, Island, Laos, ... in Estland sind sie aus Litauen und Lettland mit dem Bus angereist. Sie hatten mich noch auf ein Bier eingeladen - gegessen hatte ich ja schon mehr als genug und sehr lecker. Trotzdem War es mir da draußen dann zu kalt - es hatte dann nicht mehr aufgehört zu regnen. Als ich nach einem guten Frühstück und dem begleichen meiner Rechnung (26€) losfuhr, war das Wetter eine ganze zeitlang gut. Ich hatte mich beeilt, um elf Uhr an der Fähre nach Hiiumaa zu sein. Laut Reiseführer hätte sie 11.30 Uhr fahren sollen. Da war aber nur eine abgesperrte Fähre verankert. Und es hatte sich noch angefangen zu nieseln und heftigerer Wind kam auf. Ich fuhr noch einmal zurück ins Dorf und fragte im Tante-Emmaladen nach der Abfahrtszeit, da der Plan am Hafen nicht interpretierbar war. Die große Verkäuferin meinte, 12.30 Uhr wäre die  Abfahrt. Ich versuchte es noch einmal - wieder 4km zurück. Diesmal war wenigsten der Schalter besetzt. Nur die Auskunft War negativ: wegen des Windes fährt die Fähre heute nicht. Vielleicht morgen. Es gab also keine andere Alternative, als nach Virtsu zurück und damit 100km Umweg. Und dazu setzte auch noch nicht mehr aufhörender Regen ein. Ich radelte dann trotzdem Richtung Fähre nach Virtsu. Immer im Nieselregen. Bis dahin war das sogar noch ganz akzeptabel. Die Landschaft blieb schön und der Regen erträglich. An der Fähre traf ich dann ein österreichisches Pärchen. Da war dann ein regelrechter Wolkenbruch, dem ich nicht entgehen konnte, da ich die Fähre schaffen wollte. Mein Ziel war Lihula - 25km entfernt - das einzige Hotel laut meinem Reiseführer. Auf der anderen Seite wartete ich im Bistro auf besseres Wetter: bei Soljanka und Kaffee. Die kurze Regenpause war trügerisch: es schiffte wieder alles herunter, was der Himmel hergab. Ich war pitsche-patsche nass - bis auf obenrum, wo ich das Goretex trug. Das totale Fiasko war, daß es in Lihula kein Hotel mehr gab. Und wir und breit auch keines. Ich entschied mich spontan, es bis Haapsula zu versuchen. So kamen dann 204km zusammen. Die letzten 1,5 Stunden blieb es trocken, als ich am Rande des Nationalparks radelte. Da war es auch wieder richtig schön. Und meine Kräfte haben locker bis in die City gereicht. Ich habe eine nette kleine Pension für 25€. Schöne Zimmer, beheizter Spiegel im Bad. Ein Handtüchertrockner, der vom Warmwasser beheizt wird. Was will ich mehr.  Und Haapsalu ist eine coole Stadt. Richtig schön. Herrliche Kneipen. War eine große Pizza essen. Jetzt trinke ich noch ein Bier in einer herrlichen russischen Kneipe mit viel Stil. Ein alter Bischofssitz ist anzusehen. Toll. Ich fahre bestimmt nicht sooo fruh morgen ab... genug gekämpft heute.

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