Mittwoch, 20. August 2014

19.08.2014 124km (2217km) Kloogaranna

Nach einem Kaffee und veganem Porridge im Café des Hauses hatte ich den Morgen genutzt, mir Haapsalu etwas näher anzuschauen. Ja- eine niedliche Stadt mit Flair, einem mondänen Kurhaus, aber auch mit einfachen Holzhäusern, die teilweise noch ganze Straßenzüge ausmachen. Eine schöne Promenade und die herrliche Bischofsburg. An der Promenade ist nicht direkt das offene Meer wie in unseren Kurorten. Man sieht viel Schilf, viele Wasservögel - und einen tollen Aussichtsturm gibt es auch. Die coolen Kneipe könnte ich dann ja leider doch nicht nochmal besuchen - ich fuhr gegen 10.30 Uhr los. Der Wind blies wieder recht heftig aus südwestlicher Richtung - gut für mich. Ich kam wieder gut voran. Erstmal ging es eine ganze Weile an der Hauptstraße lang. Nach einigen Kilometern ging es wieder Richtung Meer. Die Straße war dann auch gleich viel ruhiger. Schließlich ging es auf Schotter weiter und dann in den Wald. Plötzlich stand keine zehn Meter vor mir eine Elchkuh. Sie guckte, ich guckte - dann gab sie Gas. Die Hufe drehten auf dem Stück Asphalt durch - und weg war sie. Dann kam ein wunderbares Stück auf einer schmalen Schotterpiste, die stellenweise auch mal mit Asphalt wechselte. Immer durch recht lichten Nadelwald, dessen Boden mit Blaubeeren, Heidekraut und Flechten bedeckt war. Alle paar Meter kamen Bänke zum Rasten - und dann ein besonders schöner Picknickplatz. Mit Schutzhütte, Grill, Müllkübeln, einem Holzvorrat zur Verwendung. Wenn der später gekommen wäre,  hätte ich die Nacht dort verbracht. So war ich aber kaum 25km oder so gefahren. Als ich wieder auf der Hauptstraße war, nieselte es kurz. Ich hatte mir dennoch die Goretexjacke angezogen. Bei Alliklepa machte ich eine Pause am menschenleeren Strand. Das Stück war zwar wenig sandig - dafür toben die Wellen. Und über mir jagten die Wolken irre schnell am Himmel. An einem kleinen Stück, wo sich zwei Seen vom Meer abgetrennt haben, waren wahnsinnig viele Vögel.
Das nächste Highlight war die Klosterruine in Padise. Das Hotel hatte heute eine geschlossene Veranstaltung - sodass ich kein Zimmer bekam. Ich war kaum in der Ruine, als wieder mal ein extremer Regenguss einsetzte. Da hatte ich dieses mal richtig Glück. Ich radelte noch einen Kilometer, dann gab es in einem kleinen Café an der Straße Schnitzel mit Pommes und Bier. So gestärkt, ging es weiter mit dem Wind nach Madise, wo ich die Kirche betrachtete. Ja und von dort auf einer hässlichen Straße mit vielen Lkws bis hierher. Den Wasserfall habe ich nicht richtig gefunden.

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